Kooperativ wirtschaften – modern bauenDie Architektur der Genossenschaften in Sachsen

Dirk Schaal und Enrico Hochmuth
Mitteldeutscher Verlag
Halle (Saale)
2019

Genossenschaften wirken auf gesellschaftlichen Ausgleich in unseren Industriegesellschaften. Anhand ihrer Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Architektur wird die Genossenschaftsidee vermittelt und eine Verbindung zum Bauhausjahr 2019 hergestellt.

Genossenschaften waren Teil der Modernisierungsbewegung in den Industriegesellschaften um 1900. Mit ihrem werteorientierte und mitgliederbasierte Wirtschaftsmodell meldeten Konsum-, Produktions- oder Wohnungsgenossenschaften den Anspruch an, die soziale Frage in den Industriegesellschaften zu entschärfen. Dieser Modernisierungsanspruch spiegelt sich auch in der Architektur wider. Frühzeitig beauftragten Genossenschaftsunternehmen Architekten der Moderne mit der Planung moderner Fabriken, Verwaltungsgebäude oder Wohnanlagen. Bereits um 1900 wurde hier die Forderung nach gesunden und hygienischen Arbeitsplätzen mustergültig umgesetzt. Außerdem entstand eine Repräsentationsarchitektur, in der sich der avantgardistische Anspruch der Genossenschaften kraftvoll manifestierte.

Anhand beispielhafter Bauten in ganz Deutschland – insbesondere den von der GEG in Hamburg, Mannheim oder Magdeburg errichteten Eigenbetrieben – wird das Moderne in der Architektur von Genossenschaften dargestellt und ein Überblick zur Genossenschaftsgeschichte gegeben.

Der reich bebilderte Katalogteil konzentriert sich auf Genossenschaftsbauten in Sachsen. Sachsen galt Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur als führende Industrieregion sondern auch als Kerngebiet der Genossenschaftsbewegung. Herausragende und überwiegend denkmalgeschützte Orte, die der Architektur der Reformbewegung und der Klassischen Moderne zuzuordnen sind, wurden hier erstmals zusammengestellt. Neben kleinen Produktionsgenossenschaften – wie der Uhrmachergenossenschaft in Glashütte –, großen Konsumgenossenschaften in Leipzig und Dresden sowie den national bedeutsamen Produktionsstätten der zentralen Einkaufsgenossenschaft GEG mit Bauten in Riesa, Frankenberg oder Chemnitz wird ein breites Spektrum wirtschaftlichen Handelns von Genossenschaften vorgestellt.

Einige der historischen Abbildungen und Fotografien werden hier erstmals veröffentlicht. Die Farbfotografien im Katalogteil hat der renommierte Architekturfotograf Bertram Kober (PUNCTUM) für dieses Buch angefertigt.

ISBN: 978-3-96311-051-1
Maße: 16,5 × 24 cm
Seitenzahl: 112, s/w- und Farbabb.
Preis: 16,00 EUR