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Westkultur

Stadt Leipzig
Martin-Luther-Ring 4–6
04109 Leipzig

Im Leipziger Stadtteil Plagwitz haben sich in den letzten Jahren zahlreiche kulturelle Einrichtungen angesiedelt. Mit der neuen Wegweisung sollen die Standorte dieser Institutionen künftig besser zu finden sein. Hierfür wurde bereits zu Beginn des Jahres eine Fernwegweisung im gesamten Leipziger Stadtgebiet installiert. Diese leitet mit dem Begriff „Westkultur“ in den Leipziger Westen und wird hier durch die Nahwegweisung abgelöst und weitergeführt. Beteiligt sind bei diesem Pilotprojekt Kulturinstitutionen wie: Klinger-Villa, Alte Damenhandschuhfabrik, Lofft, Museum für Druckkunst, Musikalische Komödie, Bibliothek Plagwitz, Spinnerei, Tapetenwerk und Theater der Jungen Welt.

Die Schilder der neuen Kulturwegweisung für den Leipziger Westen bestehen aus dem Logo sowie dem zugehörigen Schriftzug „Westkultur“. Darunter befinden sich Einzelschilder zu den diversen Kultureinrichtungen. In Anlehnung an das allgemeine touristische Wegeleitsystem sind die Schilder in den Farben weiß und braun gestaltet. Eine Besonderheit stellt dabei die verwendete Schriftart dar. Mit der Kristall Grotesk wurde eine Schrift gewählt, die 1937/38 von der Stempelschneiderei Wagner&Schmidt in Leipzig herausgegeben wurde. Die Schrift ist seit 1999 Teil des ca. 4.000 Schriftarten umfassenden Bestandes im Museum für Druckkunst Leipzig. In der Sammlung befinden sich die letzten originalen Gießformen (Matrizen) der Kristall Grotesk, deren Rechte am Schriftdesign beim Museum liegen. Voraussetzung für die erste Anwendung war die aufwendige Digitalisierung der Schrift Kristall Grotesk im Jahr 2009. Mit der praktischen Umsetzung beauftragte das Museum das Hamburger Type-Designstudio Elsner+Flake, die auf eine möglichst werkgetreue Wiedergabe achteten. Die Schrift eignet sich hervorragend für heutige Anwendungen, so der Mitinhaber des Designstudios, Günther Flake: „Trotz vieler Merkmale, die auf ihre Entstehungszeit deuten, weisen einzelne Zeichen Formen auf, die noch immer aktuell sind oder, neu wiederentdeckt, zur Zeit gerade wieder als modern gelten.“ Die Anwendung dieser originären Leipziger Schrift im öffentlichen Raum ist ein besonderer Hinweis auf die historische Bedeutung Leipzigs als Ort der Schriftgestaltung und –herstellung mit einer über 100jährigen Tradition. Eine weitere praktische Anwendung der Kristall Grotesk zeigt die aktuelle Sonderausstellung „Schrift und Typografie in der zeitgenössischen Kunst“, die noch bis zum 17. Juli 2011 im Museum für Druckkunst zu sehen ist, denn alle Ausstellungstexte zum Thema Schrift in der Kunst sind in der Kristall Grotesk gesetzt.