Außenansicht Turbinenhaus
© Museum Turbinenhaus Singwitz

Technisches Museum Turbinenhaus Singwitz

Industriestraße 2a
02692 Obergurig, OT Singwitz
T: +49(0)3591 306688
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Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag
9:00 bis 17:00 Uhr

Sonnabend bis Sonntag
10:00 bis 17:00 Uhr
behindertengerecht

Das Wasserkraftwerk Singwitz wurde im Rahmen des Baues der Königlich Sächsischen Pulverfabrik in den Jahren 1915-1916 errichtet. Für den Bau des gesamten Komplexes wurde das Land dem Königreich unmittelbar unterstellt. Die Spree wurde begradigt und die gewaltige, am Turbinenhaus beginnende Mauer errichtet. Das Werk wurde sehr modern ausgerüstet. Zwei Wasserkraftwerke (eines wurde 1989 restlos beseitigt) und ein Dampfkraftwerk lieferten die Energie für das Werk.

Da nach dem Versailler Vertrag kein Sprengstoff mehr hergestellt werden durfte, wurde das Werk stillgelegt und teilweise demontiert. Die Gebäude wurden daraufhin unterschiedlich, nun zivil nachgenutzt. Die Wasserkraftwerke und eine Firma, die Füllhalter und Kugelschreiber herstellte, nutzten einen großen Teil der Gebäude. Aus der Firma ging nach der Enteignung 1946 der VEB Markant Singwitz, mit gleicher Produktion, hervor. 1990 wurde die Turbinenanlage privatisiert und mit der Reaktivierung begonnen.

Die Anlage besteht aus zwei liegenden Francis-Schachtturbinen, die auf eine Welle arbeiten. Das Gefälle beträgt 3,95 m. Das Steinwehr ist zweiteilig und V-förmig ausgeführt. Ein Teil des Gefälles wird durch die 150 m lange Zungenmauer zwischen Spree und Unterwasser gewonnen. Über ein Schwungrad mit 2,80 m Durchmesser wird über Riementrieb der 125 KVA Synchrongenerator angetrieben. Für Zeiten mit schlechter Wasserführung stand ein Dieselmotor der Motorenwerke Mannheim zur Verfügung. Dieser trieb ebenfalls den 125 KVA Generator über einen Riementrieb. Bis zur Außerbetriebname 1976 versorgte die Anlage im Inselbetrieb einen Teil des VEB Markant mit Strom (über Transformator auf 110/220/380 V). Der Generator wurde vom Schalthaus aus geregelt. Für die Regelung der Drehzahl ist ein hydraulischer Regler vorhanden. Es gab auch eine Fernanzeige für den Wasserstand.

Die Anlage ist weitestgehend originalgetreu rekonstruiert. Das Turbinenhaus Singwitz steht als bedeutendes Technisches Denkmal unter Denkmalschutz. Besichtigt werden können die Turbinen- und Generatoranlage, die Außenanlagen und der Dieselmotor. Eine Ausstellung zeigt Exponate der Geschichte der Elektroenergieanwendung.