Ariston von Paul Ehrlich, Leipzig um 1890. Privatbesitz. Das erste Musikspiel-Gerät mit einer runden Platte. Beim Drehen der Kurbel erklingt eine Art Harmonika.
Ariston von Paul Ehrlich, Leipzig um 1890. Privatbesitz. Das erste Musikspiel-Gerät mit einer runden Platte. Beim Drehen der Kurbel erklingt eine Art Harmonika.Foto: Marion Wenzel
28.08.2020 - 29.08.2020

GESTANZTE MUSIK: Leipziger Musikautomatenbau 1880 - 1930

Freitag: Musikschule Neue Musik Leipzig
(ehemalige Symphonion-Werke)
Eisenacher Straße 72, 04155 Leipzig
Samstag: Institut für Musikwissenschaft der Universität
04109 Leipzig, Neumarkt 9–19, Innenhof Aufgang E
3 Stock, Hörsaal 302

Internationales Symposium zur Leipziger Musikautomatenproduktion

Eine außergewöhnliche Blüteperiode erlebte Leipzig in den Jahrzehnten zwischen 1880 und 1930. Die traditionsreiche Musikinstrumenten-Hochburg etablierte sich als ein weltweites Zentrum für die Herstellung selbstspielender Musikinstrumente. Ein halbes Jahrhundert lang galten klingende Standuhren, Leierkästen, Spieldosen oder automatische Klaviere aus Leipzig weltweit als erstrebenswerte Anschaffung, die zum Mobiliar eines gutbürgerlichen Wohnzimmers, in die Kinderstube und zur Ausstattung einer Gaststätte gehörte.

Im Jahr der Industriekultur 2020 wird dem Phänomen der Leipziger Musikwerke-Industrie genauer nachgegangen. Vom 28. bis 30. August dreht sich alles um die runde Lochplatte und ihre Nachfolger. Ein Symposium soll ebenso für öffentliches Interesse sorgen wie die Vorführung originaler Geräte, Führungen und ein Gesprächskonzert. Ein Teil der Veranstaltungen findet direkt dort statt, wo die Blechplatten-Spielwerke ehemals gebaut wurden: in der Symphonion-Fabrik Leipzig Gohlis, heute Musikschule für neue Musik.