Produktionsgebäude von 1900
© Kolossos

Jasmatzi & Söhne

Glashütter Straße 94
01277 Dresden

Der aus Konstantinopel stammende Georg Anton Jasmatzi (1846-1922) (eigentlich: Georgios Antoniou Iasmatzis) arbeitete ab 1868 als technischer Werkführer in Deutschlands erster Zigarettenfabrik, „Laferme“ in Dresden. 1880 machte er sich selbständig. Im Handwerksbetrieb stellte er Zigaretten her, deren Mischung und Qualitiät das Verständnis der "Türkischen Zigarette" prägten. Jasmatzis Marken "Cheops", "Ramses" und "Hellas" waren weltweit bekannt.

Der Sprung zum Fabrikunternehmen vollzog der erfolgreiche Unternehmer im Jahr 1889. In der Blasewitzer Straße errichtete er die erste Zigarettenfabrik. 1900 zwischen Glashütter und Schandauer Straße eine größere Fabrik.

1901 wandelte Jasmatzi das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft, die Jasmatzi AG, um. Hauptaktionär wurde mit der British American Tobacco Company ein Tabakkonzern. Jasmatzi trat 1902 aus dem Unternehmen aus. 1908 gründete er ein Unternehmen für Zigarettenmaschinen sowie 1911 die Zigarettenfabrik Georg Jasmatzi & Söhne. Aufgrund seiner unternehmerischen Tätigkeit gilt er als Begründer der Dresdner Zigarettenindustrie, eines der bedeutendsten Umaschlagplätze für Orienttabake sowie Standortes des Zigarettenmaschinenbaus.

Die Jasmatzi AG entwickelte sich durch Übernahme kleinerer Zigarettenhersteller und ihrer Marken zu einem Konzern. Im Ersten Weltkrieg wurde die Aktienmehrheit von der Deutschen Bank übernommen. 1925 ging man eine Interessengemeinschaft mit dem Reemtsma-Konzern ein und wurde schließlich ein Zweigbetrieb von Reemtsma.

1944 wurde die Zigarettenfabrik zum Rüstungsbetrieb umgewandelt. Nach der Enteignung firmierte die Zigarettenfabrik ab 1946 als VEB Jasmatzi Dresden, 1959 wurde sie Teil der Vereinigten Zigarettenfabriken Dresden. Nach der Privatisierung 1990 ist die Firma als f6 Cigarettenfabrik Dresden GmbH Teil des Philip-Morris-Konzerns.