© Industriemuseum, Foto: Dietmar Träupmann

Werkzeugmaschinenfabrik Gebr. Escher

1890-1908 erbaut
Architekt: Paul Fiedler (Erstbau), Philipp Klinger jr. (Erweiterungsbau); N.N. (westlicher Teil)
Bauherr: Hermann & Alfred Escher AG (westlicher Teil); Gießerei Hugo Schreiter (östlicher Teil)
heute: Sächsisches Industriemuseum
Zwickauer Straße 119–125
09112 Chemnitz

Der heute als Industriemuseum genutzte Gebäudekomplex war ursprünglich eine Gießerei. Mit seinen markanten Rundbogengiebeln ist das Gebäude ein Beispiel für ein Gießereigebäude und Industriearchitektur des späten 19. Jahrhunderts.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich mehrere Gießereien entlang der Zwickauer Straße und der Eisenbahnlinie von Chemnitz nach Zwickau an. Sie belieferten die zahlreichen Maschinenbauunternehmen, die Chemnitz zum Zentrum des sächsischen Maschinenbaus machten. Hermann Escher erwarb 1895 die Gießerei von Moritz Rockstroh, die Firma Schubert & Salzer 1907 die unmittelbar benachbarte Gießerei von Hugo Schreiter. Nach Konkurs beider Unternehmen nutzte die Auto Union beide Gießereien bis 1945. Anschließend wurde die Produktionsstätte bis 1982 durch VEB Gießerei Rudolf Harlaß betrieben.

Der Erstbau von 1899 (Straßenseite links) wird von den vier Giebeln des Erweiterungsbaus von 1907/08 dominiert. Der heutige Eingangsbereich des Industriemuseums verbindet die Bauten der Fa. Gebr. Escher mit denen von der eh. Gießerei Hugo Schreiter errichteten (1890-1897). Hierzu zählt auch das Maschinenhaus mit liegender Dampfmaschine.

1990 wurde die Sprengung des Gebäudes verhindert. Die Stadt Chemnitz erwarb es 1996 und eröffnete hier 2003 das Sächsische Industriemuseum als zentrales Museum für sächsische Industriegeschichte.