© Enrico Weller

Villa Merz

1902–1903 erbaut
Architekt: Felix Reinhold Voretzsch und Heino Otto, Dresden; Bauausführung: Heinrich Hermann Seifert, Markneukirchen
Bauherr: Curt Merz
heute: Westsächsische Hochschule Zwickau
Adorfer Straße 38
08258 Markneukirchen

Die denkmalgeschützte Unternehmervilla gilt als eines der herausragenden Wohngebäude Markneukirchner Musikinstrumentenhändler. Sie ist ein Bauzeugnis aus der Hochzeit des Musikinstrumentenbaus im Vogtland. Eine architektonische Besonderheit der dreigeschossigen Villa in parkähnlicher Hanglage ist die Vereinigung von stilistischen Elementen des Neobarock und des Jugendstil.

Bauherr Curt Merz (1875–1954) – Fabrikant und Mitinhaber der Handelsfirma für Musikinstrumente F. T. Merz – ließ die Villa für seine Familie errichten. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche nach dem Ersten Weltkrieg traf auch die Firma Merz. 1934 wurde das hypothekenbelastete Wohnhaus zwangsversteigert und ging in den Besitz des Arztes Gerhard Schmidt über, der im Kellergeschoss seine Praxis einrichtete. 1960 wurde das Gebäude an die Stadt Markneukirchen verkauft, die hier bis 1984 den städtischen Kindergarten unterbrachte. Anschließend übernahm das Ministerium für Kultur in der DDR die Villa und sanierte sie für die Nutzung als Ausbildungsstätte für den Studiengang Musikinstrumentenbau der Fachschule für angewandte Kunst Schneeberg, seit 1992 der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Zehn Werkstätten, Vorlesungs- und Seminarräume, ein Tonstudio, ein Lack-Labor, ein Fotostudio und eine umfangreichen Fachbibliothek bieten den Studierenden aus aller Welt hervorragende Arbeitsbedingungen. Das großzügig angelegte Foyer wird für Konzertveranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen genutzt.