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Viadukt Beckerbrücke

1901–1909 erbaut
Bauherr: Königlich Sächsischen Staatseisenbahn und Stadt Chemnitz
heute: Chemnitz-Viadukt
Annabergerstraße/Beckerstraße
09120 Chemnitz

Der denkmalgeschützte Viadukt (auch Chemnitztal-Viadukt) ist ein ingenieurtechnisch herausragendes Element des Chemnitzer Bahnbogens. Die 275 Meter lange Eisenbahnüberführung aus Bogenbrücken- und Balkenbrückensegmenten bildet mit zwei Haltepunkten ein stadtbildprägendes Ensemble und ist ein präsentes Zeichen der Chemnitzer Industriegeschichte.

Der Bau dieses Viadukts wurde durch die Hochlegung der Eisenbahntrasse der Strecke Chemnitz–Zwickau ab 1897 notwendig und ersetzte eine bereits 1858 errichtete Steinbrücke über die Chemnitz. Die Gründungsarbeiten begannen 1901. Im Anschluss wurde die Stahlnietenkonstruktion von der Königin Marienhütte in Cainsdorf (Zwickau) errichtet. Die Baukosten von etwas über einer Millionen Reichsmark übernahmen die Stadt Chemnitz und die Königlich Sächsische Staatseisenbahngesellschaft.

Von den ursprünglich vier verlegten Gleisen wurden zwei Gleise nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistungen an die Sowjetunion demontiert. Aktuell wurden im Vorfeld größerer Neu- und Umbauarbeiten an der Bahnstrecke der Abriss des Viadukts zugunsten eines Neubaus diskutiert. Insbesondere der Chemnitzer Viadukt e.V. und verschiedene Experten setzen sich gegen einen Abriss ein und wollen den Charakter dieses bedeutenden Ingenieurbaus erhalten.

Mit dem Erhalt des Chemnitzer Eisenbahnviadukts könnte ein städtebauliches Wahrzeichen und eines von wenigen vergleichbaren Zeugnissen der Technik- und Industriegeschichte erhalten werden.