Querbahnsteig
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Hauptbahnhof Leipzig

1909–1915 erbaut
Architekt: Eingangshallen und Querbahnsteig: William Lossow, Max Hans Kühne; Bahnsteighalle: Louis Ehlers, August Edward Karig
Bauherr: Staatsregierungen von Preußen und Sachsen
heute: Hauptbahnhof Leipzig
Willy-Brandt-Platz 7
04109 Leipzig

Der Leipziger Hauptbahnhof gilt als einer der weltweit größten Personenbahnhöfe und Herz des Verkehrszentrums Leipzig.

Das heutige Bahnhofsareal teilten sich einst vier Bahnhöfe. Nach Inbetriebnahme der ersten deutschen Ferneisenbahnstrecke und des Dresdner Bahnhofs (1837–1839) entstanden in Sichtweite zueinander noch der Magdeburger, der Thüringer und der Berliner Bahnhof. Das rasant wachsende Verkehrsaufkommen, die zunehmende Vereinheitlichung der Eisenbahnstruktur und das umständliche Umsteigen zwischen den Bahnhöfen erforderten Ende des 19. Jahrhunderts einen zeitgemäßen Bahnhofsneubau.

Das Besondere am Leipziger Hauptbahnhof war, dass hier zwei Eisenbahnverwaltungen, die sächsische und die preußische, unter einem Dach zusammengefasst werden mussten. Verwaltungen und Serviceeinrichtungen wurden daher doppelt angelegt. Dies ist mit ein Grund für die Dimension des Bahnhofes, dessen Straßenfassade fast 300 Meter misst. Nicht weniger eindrucksvoll sind die beiden Eingangshallen sowie die Querbahnsteighalle, diese ist 270 Meter lang, 33 Meter breit und 27 Meter hoch.

Im Zuge einer umfangreichen Sanierung zwischen 1995 und 1997 wurde der Querbahnsteig für den Einbau einer zweietagigen Einkaufspassage geöffnet. Der letzte größere Eingriff war der Bau des City-Tunnels (Eröffnung Ende 2013), dessen zwei Gleise unterirdisch verlaufen. Im so ausgebauten Eisenbahnknoten überschneiden sich nun die ICE-Strecken Frankfurt-Dresden und Berlin-München mit dem mitteldeutschen S-Bahn-Netz.