Uhrturmgebäude im Innenhof
© PUNCTUM / Bertram Kober

Deutsche Werkstätten Hellerau

1909–1911 erbaut
Architekt: Richard Riemerschmid
Bauherr: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst DWH, später Deutsche Werkstätten Hellerau
heute: Grundbesitz Hellerau GmbH
Moritzburger Weg 67
01109 Dresden

Das Ensemble der Deutschen Werkstätten gilt als eine der bedeutendsten Stätten der Lebensreformbewegung um 1900. Hier verwirklichte der Unternehmer Karl Schmidt seine Vorstellungen von der Verbindung modernen Arbeitens und Lebens.

Im Zuge der Erweiterung seines Unternehmens zur Fertigung moderner Reformmöbel siedelte sich Schmidt mit seinem Unternehmen in Hellerau an. Den Entwurf für die Werkstätten übertrug er dem Münchener Reformarchitekten Richard Riemerschmid, mit dem er seit 1902 zusammen arbeitete. Als Grundriss wählte Riemerschmid die Form einer Schraubzwinge: Als unentbehrliches Werkzeug für die Möbelherstellung war es Symbol für die Geschäftstätigkeit der Deutschen Werkstätten und zugleich eine architektonische Lösung für optimale Lichtverhältnisse in den Produktionsstätten. Das Gebäudeensemble der Deutschen Werkstätten war Nukleus für die Gartenstadt Hellerau. Diese Symbiose machte das "Unternehmen Hellerau" einzigartig.

Möbel wurden in den Gebäuden bis Anfang der 1990er Jahre hergestellt, die Deutschen Werkstätten wurden 1992 privatisiert. Die historischen Gebäude wurden 1998–2000 denkmalgerecht saniert und werden als Tagungszentrum und Gewerbestandort durch Technologie- und Dienstleistungsunternehmen genutzt. Die Deutschen Werkstätten zogen in einen 2006 eingeweihten Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite um.