© Hamburger Genossenschafts-Museum

Consum-Verein Leipzig-Plagwitz und Umgegend

1929–1932 erbaut
Architekt: Fritz Höger, Hamburg
Bauherr: Consum-Verein Leipzig-Plagwitz und Umgegend (Erstbau), Konsumverein Leipzig-Plagwitz (Neu- und Erweiterungsbau)
heute: Konsumzentrale Leipzig
Industriestraße 85–95
04229 Leipzig

Das ursprünglich als Verwaltungsgebäude des Konsumvereins Leipzig-Plagwitz errichtete Gebäude wurde mehrfach erweitert. Der heute erhaltene Komplex entstand 1929–1932. Mit der Erweiterung der Verwaltung sowie der Errichtung und Konzentration der Eigenbetriebe entstand ein Produktions- und Verwaltungskomplex für eine der damals größten Konsumgenossenschaften Deutschlands.

Mit dem Hamburger Architekten Fritz Höger wurde einer der namhaftesten Vertreter der norddeutschen Backsteinmoderne gewonnen. Er schuf für den Konsumverein ein "Schiff aus Stein": äußere Form und die Innengestaltung erinnern an einen Überseedampfer. Der um 1890 errichtete Altbau erhielt eine Backsteinverblendung und wurde optisch dem dominierenden Erweiterungsbau angeglichen.

Stolz und Anspruch der Genossenschaft als bedeutendes Wirtschaftsunternehmen und als Avantgarde bei der Lösung sozialer Missstände ihrer Zeit durch eine "neue Wirtschaft" sind in diesem Gebäude zu erkennen. Funktionalität und eine hochwertige Ausstattung sowie eine aus dem Umfeld hervorstechende Architektur machen diesen Bau besonders.

Das Architekturdenkmal ist heute Verwaltungssitz der Konsum Leipzig eG und ein lebendiger Gewerbekomplex mit Büro-, Lager- und Veranstaltungsräumen. Seit 1999 hat die Genossenschaft den Komplex schrittweise saniert. Selbst nutzt sie noch ein Nebengebäude, die übrigen Flächen werden vermietet. Der moderne Stahlskelettbau ermöglicht flexible Flächenzuschnitte für verschiedene Nutzerwünsche. Der hier eingeschlagene Weg zur Entwicklung zeitgemäßer Nutzungs- und Sanierungskonzepte für Industriebauten ist beispielhaft.