Schlossansicht
© Städtische Sammlungen

Städtische Sammlungen Freital Schloss Burgk

Altburgk 61
01705 Freital, OT Burgk
T: +49(0)351 6491562
F: +49(0)351 6418310
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Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
13:00 bis 16:00 Uhr
Sonnabend bis Sonntag
10:00 bis 17:00 Uhr
behindertengerecht shop bewirtung kindergerecht parkplatz

Die Städtischen Sammlungen Freital gehören mit ihren beiden Bestandssäulen Bergbau- und Regionalgeschichte sowie Dresdner Kunstgeschichte zu den größten nichtstaatlichen Museen Sachsens.

Schloss Burgk, ein Kleinod und stilles Refugium der Stadt am Fuße des Windberges findet man im Stadtteil Freital-Burgk. Das einstige Rittergut, seit dem 14. Jahrhundert als Herrensitz bekannt, war seit alters her mit dem Steinkohlenbergbau eng verwoben. Der einst regional prägende Industriezweig des Montanwesens wird durch mehrere Ausstellungen repräsentiert. In der Bergbauschauanlage, die original der Untertagesituation nachempfunden wurde, erlebt der Besucher hautnah den Steinkohlen- und Uranerzbergbau zwischen 1945 und der Beendigung der Förderung 1989. Ein zugehöriger Technikgarten lässt in Form einer Freiluftpräsentation den Bergbau der unmittelbaren Nachkriegszeit wieder aufleben und erinnert an jene Jahre in denen die sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft WISMUT uranhaltige Steinkohle fördern ließ, um das amerikanische Atombombenmonopol zu brechen. Wesentlich weiter in die Geschichte zurück reicht die ständige Ausstellung im Schloss des Burgker Rittergutes. Ausgestattet mit einem klassizistisch und bergmännisch geprägten Musiksaal, einem Tapetenzimmer und gründerzeitlichen Wandmalereien wird an diesem Ort von der Entwicklung des Bergbaus und der Industrie im Plauenschen Grund und der nachfolgenden Stadtwerdung Freitals berichtet.

Das Besucherbergwerk 'Tagesstrecke Oberes Revier Burgk', dessen Mundloch sich im Burgker Schlosspark befindet, wird neben Bergbaufans vor allem geologisch interessierte Besucher begeistern. Ein Steinkohlenaufschluss lässt die Einfahrenden eine Zeitreise in das 280 Millionen Jahre zurückliegende Perm und die damalige Entstehung der Lagerstätte des Döhlener Beckens erleben. Die 1821 aufgefahrene Tagestrecke zeigt aber auch das schwere Los der Bergarbeiter in den frühindustriellen Steinkohlengruben der Region. In der 2011 eröffneten Ausstellung 'Faszination Steinkohle' entführt ein beeindruckendes Panoramabild den Betrachter in die längst vergangene Pflanzen- und Tierwelt des Permzeitalters. Ein räumliches Modell gewährt einen Blick 'unter die Erde', mitten hinein in die flözführenden Schichten der Lagerstätte des 'Döhlner Beckens'. Einen besonderen Höhepunkt der montangeschichtlichen Ausstellungen bildet die erste elektrische Grubenlok der Welt, die sich als langfristige Leihgabe des Siemens Forums München wieder an ihrem Ursprungsort befindet.

 

Die Kunstsammlung der Stadt Freital stellt im Kontext der anderen sächsischen Sammlungen insofern ein Sonderfall dar, als dass sie versucht, die Kunstentwicklung einer bestimmten Region innerhalb eines begrenzten Zeitraumes zu dokumentieren. Gemeint sind damit jene sechs Jahrzehnte zwischen 1890 und 1950, die für die Kunstentwicklung Dresdens und darüber hinaus für die gesamte deutsche Kunst von epochaler Bedeutung waren. Somit versteht sich die Freitaler Sammlung als eine Spezialgalerie Dresdner Kunst und wird zu einer Ergänzung der hochkarätigen Museen der Landeshauptstadt. Der Ursprung der Galerie ist im Ankauf einer Privatsammlung zu suchen. Bereits 1949 erwarb die Stadt den Grundstock dieser qualitätsvollen Sammlung. Allerdings erst 1991 gelang es, geeignete Räume zur dauernden Präsentation einzurichten. Dem Besucher, der die Kunstschätze Dresdens besichtigt und sich darüber hinaus mit der überaus vielschichtigen Kunstlandschaft Sachsens vertraut machen möchte, ist ein Besuch der nur zehn Kilometer entfernten Galerie in dem reizvoll gelegenen Schloss Burgk unbedingt zu empfehlen.

Glanzpunkte der Sammlung sind neun klassische Gemälde von Otto Dix. Aber auch der gesamte Umkreis dieses für die Kunstentwicklung so wichtigen Malers ist zum Teil in bester Qualität vertreten. So finden sich hier auch Hauptwerke von Willy Kriegel, Wilhelm Lachnit, Wilhelm Rudolph, Pol Cassel, Otto Lange, Curt Querner, Christoph Voll, Ewald Schönberg u.v.a.. Auch die Lehrergeneration der Dresdner Akademie, welche für Dix und dessen Kollegen so prägend war, ist mit Werken von Carl Bantzer, Otto Gussmann, Georg Lührig, Max Feldbauer, Ludwig von Hofmann und Richard Müller in Freital vorzüglich dokumentiert.

 

Museen werden oftmals durch private Sammlungen in erstaunlichem Maße bereichert. Ein solch glücklicher Umstand ergab sich 1993 für das Freitaler Museum mit der Übernahme der privaten Sammlung des Dresdners Friedrich Pappermann. Durch diese hochherzige Stiftung konnte ein Projekt in Angriff genommen werden, welches in Sachsen wohl einmalig sein dürfte - die Darstellung der Dresdner Kunstentwicklung von der Gründung der Königlichen Kunstakademie im Jahre 1764 bis zur unmittelbaren Gegenwart. Durch die Übernahme von über 200 Gemälden und zahlreichen grafischen Blättern konnte zusammen mit den Werken der Städtischen Kunstsammlung Freital ein Fundus geschaffen werden, der Dresdner Kunst über zwei Jahrhunderte in einer Breite erlebbar werden lässt, welche selbst in der Landeshauptstadt kaum möglich ist. Besondere Höhepunkte der Stiftung sind Werke von Meistern der ersten und zweiten Romantikergeneration, wie Johan Christian Clausen Dahl, Carl Gustav Carus, Johann Anton Castell, Victor Paul Mohn oder Karl Robert Kummer. Der in ständiger Aufwertung begriffene Christian Friedrich Gille ist ebenso vertreten wie Ludwig von Hofmann, Hans Unger, Sascha Schneider und der leider fast vergessene Ludolf Verworner. Die Freilichtmalerei wird durch herausragende Werke von Gotthardt Kuehl, Carl Bantzer, Fritz Beckert, Ferdinand Dorsch, Wilhelm Claudius und Robert Sterl ausgewiesen. Arbeiten von Hans Jüchser, Erich Fraaß oder Paul Wilhelm sind ebenso vertreten wie von Albert Wigand oder Joachim Heuer. Für die nach dem Zweiten Weltkrieg Schaffenden sollen hier die Namen von Werner Haselhuhn und Jürgen Schieferdecker stehen.

Etwa fünf Sonderausstellungen pro Jahr zu Themen der Montan-, Regional- und Kunstgeschichte runden das Ausstellungsprogramm des Museumskomplexes ab.